Sehen Sie die Zukunft deutscher Unternehmen im Internet?
München. Ulrike Thiel, Gründerin und Inhaberin von ThielDesign, verrät business-on.de ihre Einschätzung zur Zukunft deutscher Unternehmen im Internet.
„Ganz klar „Ja“ – dafür sprechen mindestens 2 gute Gründe:
1. Die Reichweite: Unabhängigkeit von Netzwerken und Ort sind die Unternehmen für neue Interessenten sichtbar durch Ihre Webpräsenz. Mit der eigenen Website und Profil in Communities/ Social Networks. So können auch Kooperationspartner diese Unternehmen finden und ansprechen.
2. Die Kosten: Die Online-Präsentation des Portfolios zur Erleichterung der Aquise kann jederzeit kostenlos mit Erweiterungen oder Updates aktualisiert werden, wenn man selbst publiziert mit einem CMS.
Bestimmte Branchen können auf eine professionelle Präsenz im Internet nicht verzichten um mit wichtigen Zielgruppen in Kontakt zu kommen. Dabei sind Firmenwebsites existenzielle Faktoren, denn die Mehrzahl der Konsumenten und beauftragenden Unternehmen recherchiert im Internet und bereitet Käufe oder Auftragsvergabe vor.
Mindestens zwei Nutzergruppen können wir für jede Unternehmens-Website grundsätzlich andenken:
* Besucher, die das Unternehmen noch nicht kennen: Der erste Eindruck entscheidet über eine mögliche Geschäftsbeziehung.
* Besucher, die das Unternehmen kennen und ihre Meinung fundieren möchten, indem sie sich weitere Informationen einholen – zum Beispiel die Selbstdarstellung Ihres Unternehmens hinsichtlich Professionalität, Aktualität und Kundenorientierung.“
Sie haben eine gute Empfehlung zu einem Produkt oder einem Dienstleister erhalten und freuen Sich darüber. Aus Interesse und Gewohnheit googeln Sie mal eben und landen auf der gesuchten Website.
UUPS! – Ihr Glückshormon-Spiegel stürzt im Bruchteil einer Sekunde ab beim ersten Blick auf die Seite!
Denn die Seite:
- ist unprofessionell und unsympathisch
- bietet die gesuchten, wichtigen Inhalte nicht auf den ersten Blick an
- wirkt unengagiert und lieblos
- baut keine wertschätzende Kontaktaufnahme zu Ihnen auf
Ihre tollen Glücksgefühle im Bauch sind verschwunden! Die Seite hat Glücks-Mangel verursacht. Nicht nur bei Ihnen – auch bei ihrem Besitzer, den sie täglich um interessante Kontakte bringt.
In der Grundlagenermittlung und Zielfindung am Beginn eines Website-Projektes stelle ich meinen Klienten differenzierte Fragen zu Ihrer Positionierung. Positionierung ist auch die Darstellung nach außen (Merkfähigkeit, konservativer Hochstatus oder moderne Kommunikation auf gleicher Augenhöhe) und die Frage nach den sozialen Milieus der Kunden. Und zwar nach dem Milieu der bisherigen Klientel und auch ob eine Erweiterung oder Verlagerung in andere Schichten geplant ist.
Zentrales Thema für mich ist, ob ich das Designkonzept eher klassisch oder modern anlege, wie die Ansprache der Zielgruppe visuell und textuell ausgerichtet wird. Dazu gehören dann auch die Merkmale der Bildsprache, Farbe etc.
Meistens haben Coaches/Trainer auch eine eigene Akademie mit einem Team an Kollegen die weitere Leistungsfelder anbieten. Dann stellt sich die Frage ob man die Website auf die Person des Inhabers zentriert und stark bebildert in dieser Richtung – oder ob wir die Akademie/das Unternehmen hervorheben und die Person des Unternehmers und Gründers nachordnen. Dabei hilft ein Blick auf die Erwartungen der angestrebten Kunden. Die Entscheidungen fallen verschieden aus und der Weg bis zur Entscheidung ist meist ein Entwicklungsweg – was niemand vermutet beim Beauftragen einer Website.
Ein befreundeter Onliner erzählte mir diese Woche beim gemeinsamen Essen, dass seine Abteilung im Unternehmen (es ist ein großes Medienunternehmen) anderen (traditionellen Offline-)Abteilungen kollegial ausgeholfen hatte über einen Zeitraum von ein paar Wochen mit Redakteuren. Das Feedback war totale Begeisterung der Offliner über die zügige, wohlstrukturierte und absolut erfolgreiche Arbeit der aushelfenden Onliner-Redakteure.
Das wundert mich gar nicht – denn Onliner denken in effizienten und konzentrierten Strukturen – sind extrem diszipliniert. Eine andere Arbeitsweise wäre ihr Untergang in diesem Medium.
Und so lernen Unternehmen und Einzelpersonen im Verlauf der zwingend strukturierten Erarbeitung der Website in der Beratung bei mir sehr viel über Ihre eigenen Ziele und Ihren Marken-Kern, da wir ein Konzentrat entwickeln um in Sekunden den richtigen Eindruck für die ersehnte Zielgruppe bereit zu stellen.
Ein lieber Kunde von mir war positioniert als Akademie in der Automobil-Branche, sehr gesichtsloser Auftritt, Salestraining ohne spezielle Aussage. Er wollte eigentlich nur eine suchmaschinenoptimierte Website, erzählte mir aber was ihn unzufrieden macht und was er sich wünschen würde – ein inhaltliche Weiterentwicklung/ Neuausrichtung seines Angebotes.
Wir haben gemeinsam einen neuen Namen für sein Unternehmen entwickelt, eine Weiterentwicklung seines Namens in Kombination mit einem Keyword seiner Neuausrichtung, ein extrem bemerkenswertes Logo dazu, schlagkräftiger Claim und ein sehr personalisierter Auftritt – konzentriert auf seine Person.
Er erhielt ausnahmslos sehr viel Lob und positives Feedback und die Neupositionierung ist hervorragend gelungen. Hochwertige Websitekonzeption ist auch Coaching – die Chance strukturiert alle Bereiche zu durchdenken.
Ich denke mir immer wieder – wenn die Frage nach dem Preis einer Website an mich gerichtet wird – dass an diese Qualitätsfaktoren niemand denkt der sich einfach nur eine neue Website wünscht und gar nicht weiss was hier möglich ist.
Geniale Veranstaltung im MOC in München, ein tolles Workshop-Programm mit 96 Vorträgen. Gebündeltes Wissen sehr sympathischer Firmen zu Nutzerverhalten, Forschung und Meinungsbildung. Ich habe die freundliche, energiegeladene Messe zum zweiten Mal besucht und die Evolution toller Messestände und Giveaways war auffällig.
Ein paar interessante Firmen:
Besonders gut hat mir das Brainstorming-Spiel “Design-Game” von Blauw gefallen. Sie setzen auf Design und arbeiten mit einer DesignAgentur aus Holland zusammen.
Harris Interactive: Ideengenerierung per Idea Incubator: eine anwenderfreundliche Plattform zur Ideensammlung, -bewertung und -auswahl. Setzen die Sinus-Milieus® in einer exklusiven Kooperation erfolgreich im Internet ein.
H,T,P, Concept – leider aussagearme Website – aber sehr gutes Print-Infomaterial und Vorträge “vom Bloggen zum multioptionalen Portal”. Extrem schönes Print-Design der Werbemittel und einer der schönsten Stände, sehr viele freundliche und kompetente Mitarbeiter als Gesprächspartner.
Seissmo – klein und feiner Stand, Vortrag zum Thema:”Überraschend krisensicher: das Ausgabeverhalten der männlichen Top 10% Bevölkerung in USA, UK, F, D, RU und CH”. Arbeitet zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Semiotik. Sehr freundliche und informierende Mitarbeiterinnen.
Globalpark hat eine sehr schöne Software-Oberfläche für die Kunden. Ästhetik und Designanspruch auf allen Ebenen. Gelungene Website.
Ganz klar wieder DocCheck – WOW – was für ein Stand! Letztes Jahr sehr nettes Werbematerial – Pappkärtchen mit der leicht schlingernden Komikfigur bedruckt und ein Tütchen Gras (Droge) aufgeklebt – mit dem Slogan “Breiter gehts nicht” – DocCheck macht nämlich Markforschung im Medizinbereich. Wir haben die Website eines Pharma-Kunden an das DocCheck-Infoportal angebunden dieses Jahr – DocCheck bietet wirklich sehr viel. Dieses Jahr war ich natürlich wieder gespannt auf das neue Werbemittel: Eine Tablette “Gegen Chronische Panelitis” mit einem Test.
Forschungswerk mit der Strategie norwegisches Wasser zu verschenken und Infomaterial nach der Messe zuzusenden. Schönes Corporate Design.
Vortrag bei der IHK Akademie München über Marketing in den Social Media am 09.07.09
Mein ganz persönlicher, subjektiver Auszug von Themen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Übrigens: Die IHK Akademie München bietet sehr interessante Vorträge zu Themen im Online-Bereich.
Sehr interessant waren die Ausführungen zur Bedeutung des Web 2.0 für mittelständische Unternehmen. Wesentlich fand ich die Betrachtung, dass auch private Profile von Firmenmitarbeitern in Verbindung gebracht werden mit der arbeitgebenden Firma. Zum Beispiel wird häufig das Profil eines geschäftlichen Gesprächspartners in Vorbereitung auf das Meeting gegoogelt. Dann sollten nicht unpassende, private Fotos in privaten Profilen gefunden werden.
Empfehlenswert ist es, wenn Firmen Ihre Mitarbeiter diesbezüglich schulen lassen, und Ihnen vermitteln Ihr Profil in den Social Media angemessen darzustellen.
Zur Vorstellung des Nutzenpotentials von Web 2.0 Tools bei mittelständischen Unternehmen hat Herr Güstrau mehrere sehr gute Beispiele gezeigt. Wikis als Wissensammlung im Unternehmen waren eine gute Anregung. Perfekt ist auch der Firmenblog von Daimler.
Warum es kein Web 2.0 gibt -> Vom Lagerfeuer zum Social Web.
Herr Ditges sagt – und das leuchtet ein – dass die Treffpunkte zum Meinungsaustausch vom Lagerfeuer über den Dorfplatz sich verlagert haben in die Social Media Plattformen. Er belegt mit Zahlen die Reichweite und Schnelligkeit einzelner Nachrichten und ihrer Verbreitung.
Zum Beispiel Twitter: Dell habe 2 Mio Umsatz mit gebrauchten Computern gemacht in wenigen Wochen, immer wenn ein Computer zurückgegeben wurde, der Kunde ein neues Gerät erhielt und der gebrauchte und reparierte Laptop über Twitter annonciert wurde.
Oder Ashton Kutscher, der im Wettbewerb mit CNN (wer zuerst 1 Mio Follower bei Twitter generiert) gewann und das binnen 3 Tagen.
Bei Blogs war das bekannte Beispiel der Walther Saftblog mit den interaktiven Elementen. Ich hatte schon einmal davon gelesen, der Umsatz wurde auch unglaublich gesteigert seitdem die Firma Walther den Saftblog betreibt. Dieser Blog ist auch vorbildlich strukturiert.
Herr Ditges nennt es “Social Media Optimization” – nicht mehr autistische Firmenwebsites bilden eine Barriere der Kommunikation zwischen Absender und Empfänger von Informationen, sondern die Firmen schaffen einen Mehrwert für die Interessenten Ihrer Informationen indem sie Kommentare, Votings und alle anderen möglichen interaktiven Dialogelemente zur Verfügung stellen.
Hammer in der Klickrate: die lustigen YouTube Videos der Firma Frosta.
Hier wurden weit weniger Euros in die Produktion investiert als in TV-Spots und die Inhalte sollten auch bewusst anders sein, die Reichweite ist vor allem messbar – was bei TV Spots nicht möglich ist.
Herr Ditges meinte, dass zunehmend im Vorfeld Videos/Werbe Spots im Internet getestet werden können und dann entsprechend erfolgreich den Weg ins TV finden können.
Hier mache ich auch gleich einen gedanklichen Sprung zu SEO. Die Suchergebnisse bei Google würden – laut einer Studie von Google – üblicherweise F-förmig von den Augen der User gescannt.
An der Fundstelle unterhalb eines Videos (YouTube Fundstelle) sei die erfolgreichste Platzierung, egal an welcher Stelle der 10 möglichen Positionen sich das Video befindet.
Ganz ein anderes Thema: wenn Fans eine Community zum Brand eigenständig aufbauen und das mit extremem Erfolg – wie das Profil des Coco Cola-Fanclubs auf Facebook.
Coca Cola ging so damit um, dass sie den Fanclub supporten.
Vattenfall andererseits betrieb rechtzeitig selbst ein Profil auf Facebook, aber nicht sehr engagiert.
Das Profil wurde gekapert von Greenpeace, die Videos einstellten um zu zeigen, dass Vattenfall Strom aus Kohlekraftwerken bezieht und Atomstrom.
Gegen das Engagement von Greenpeace kam Vattenfall nicht an und musste das eigene Facebook-Profil schliessen um Schlimmeres zu verhindern. Vattenfall hat dann wieder neu eine Gruppe gegründet und derzeit erst etwa 70 Mitglieder.
Mich macht das nachdenklich, müssen Firmen sich erpressen lassen enorme Budgets vorsorglich zu investieren in strategische, vorbeugende Massnahmen um ihr Profil in den Social Media selbst steuern zu können?
Ist es eine bessere Geschäftsidee Fanclubs zu Marken aufzubauen um sich dann “supporten”, sponsorn oder kaufen zu lassen? Warum tun wir das nicht alle und verdienen kräftig – erinnert mich ans Domaingrabbing.
Müssen jetzt alle Produkte teurer werden, weil diese Ausgaben zur Imagesicherung auf den Preis aufgeschlagen werden?
Fazit: Wellenlänge der Website anpassen auf die Wünsche der Zielgruppen und die Website auffindbar machen durch SEO.
Gestern im Biergarten hatte ich eine aufschlussreiche Unterhaltung mit einem befreundeten Trainer: Websites in seiner Branche müssen vor allem veraufsstark sein, Imagebildung ist Platz 2 der Wunschliste. Und dann braucht ein Trainer, er arbeitet in einem stark umkämpften Markt, sofort findbare Profile in allen Social Media.
In dieser Reihenfolge soll ein Kontakt verlaufen:
- gefunden werden
- Übereinstimmung von gesuchten Inhalten mit Angebot auf der Website
- Sympatiefaktor stimmig
- Kontaktaufnahme des Suchenden oder Hinterlassen seiner Erreichbarkeit für Rückkontakt
- Verkaufen und/ oder Erhöhung des Bekanntheitsgrades des Trainers
Vor allem braucht ein Trainer das Konzept, und die Keywords unter denen seine Zielgruppe ihn finden will.
Völlig easy denke ich, aber schwierig einen Dienstleister für die gesamte Kette von Einzelaktionen zu finden – sagt er.
Denn dafür braucht es auch Geld und Zeit für kontinuierliche Anpassung der Inhalte um diesen Bewertungsfaktor von Google und anderen Plattformen zu bedienen. Auch dauerndes Scannen des Marktes der Mitbewerber und Verbesserung des eigenen Content-Angebotes.
Es ist nicht damit getan gefunden zu werden, worauf sie meisten Unternehmen Wert legen, und wofür das meiste Geld investiert wird. Wenn der potenzielle Kunde an der Firmen-Website ankommt und dort die “Chemie” nicht stimmt, dann ist er gleich wieder weg. Hier kommt gutes bis perfektes WebDesign zum Einsatz, welches sehr psychologisch aufgebaut ist um die nötige “Wellenlänge” für möglichst viele Menschen zu haben.
Sympatische Websites die verkaufen – einfach so, weil sie so sexy sind wie – sagen wir mal George Clooney oder Angelina Jolie. Wer würde die beiden nicht kontakten wollen?