Wir stellen im Rahmen der MCBW 2012 ein spannendes Ausnahme-Projekt vor aus unserem Design-Alltag, nämlich den Prozess der Gründung einer zunächst kleinen Lifestyle-Marke durch eine Einzelperson. Wir erzählen Ihnen von unseren Gedanken, vom Untersuchen des Marktes und der Marktteilnehmer, dem Start mit ersten Layouts und den Änderungsphasen sowie den Faktoren die wir zur Verifizierung unserer Vorannahmen eingesetzt habe.
Frau Rechtsanwältin Andrea Pucknus von der Kanzlei Boeters & Lieck erweitert die Designkreation um juristische Hinweise zu Chancen und Risiken im Rahmen der Gestaltung.
Heutzutage müssen erfolgreiche und zukunftsfähige Marken “Wir-Marken” sein, also Marken, die über die bloße Nutzenargumentation und -garantie hinausgehen, die im Konsumbereich den Lebensstil des Kunden visuell aufwerten und die darüber hinaus ein “Wir-Gefühl” zwischen dem Kunden und dem Unternehmen schaffen.
Es führt kein Weg daran vorbei, die Kunden zu begeistern. Dafür benötigt die Marke eine Persönlichkeit, die mit in der Zielgruppe begehrten Merkmalen ausgestattet ist.
Marken prägen den Alltag, beeinflussen das Verhalten von Menschen und ihre Ansichten. Die Assoziationen, die wir haben wenn wir an eine Marke denken, beispielsweise an MINI, sind das Resultat eines zielgerichteten Prozesses, den diese Marke initiiert hat.
Die Gründung einer Marke ist ein dynamischer Prozess mit dem Ziel durch marktorientierte Strategie(en), eine klare Produktsprache und positive Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb einen langfristigen Markterfolg zu sichern.
Dieser Vorgang der Kreation ist teils flexibel und teils strukturiert.
Mit einem Briefing und einer Menge Ideen startet das erste Meeting. In Gesprächen, Mails, Skizzen und Layouts formen sich Ideen zu sichtbaren Potenzialen. Am Ende des Markenprozesses wird die Marke unverwechselbar und erfolgreich positioniert – visualisiert durch Designkompetenz.
Wie es heißt, entsteht die Marke aus der Aura des Gründers. Die gründende/ beauftragende Person hat einen eigenen Geschmack und Interaktionsvorlieben oder Abneigungen – welche die Reibung in der Zusammenarbeit mit Menschen aktiv und vor allem emotional beeinflussen. Der Gründer/ Auftraggeber sucht sich das passende Umfeld an Kollaborateuren und die Kommunikationsabläufe prägen ebenfalls das Ergebnis.
Der Designer und der Gründer interagieren auf der Basis von finanzieller Rahmengestaltung und emotionaler Motivation. Die emotionale Motivation wird auch beeinflusst vom Interagieren/Verhalten der Beteiligten – die als Sparringspartner sozusagen im richtigen Moment und im richtigen Stil Anregungen zu Änderungen=Entwicklungen austauschen. Der Respekt und der Mut in der gemeinsamen Kreation muss vorhanden sein aufgrund der passenden Persönlichkeiten – damit die Gedanken des Anderen nicht als Kritik wahrgenommen werden sondern im positiven Sinne eine Lawine an weiteren Möglichkeiten generieren.
Es geht nicht nur um die Ethik in einer Geschäftsbeziehung – es geht um den Gefühlsraum im Projekt, der Kreativität nährt und fördert und trotzdem Effizienz sichert. Effizienz durch den Rahmen einer professionellen Struktur.
Ein überzeugendes Image kann nur ein Unternehmen kreieren, das genau weiß, was es ist und was es kann und wohin es möchte.
Wir erörtern die Zielgruppe, den Prozess der Logo-Kreation und besonders die Entwicklung der Funktionen für die Website – die den Auftrag hat die Kunden der Marke zum Mitmachen und Weiterentwickeln der Produkte in einem Crowdsourcing-Prozess einzuladen.
Abschliessend erklärt Frau Rechtsanwältin Andrea Pucknus worauf in der Phase der Kreation geachtet werden muss, damit die Marke am Ende schutzfähig sein kann.

