Alle 2 Jahre spätestens empfinde ich meine Firmenwebsite als veraltet – der Zeitgeschmack ändert sich rasch, es gibt neue technische Möglichkeiten, die ich reizvoll finde und ausprobieren will.
Die zentrale Frage dabei an uns Designer und Werbeagenturen ist: Wie nah am Content und an uns selbst richten wir den Auftritt aus? Wie persönlich darf oder muss es denn sein?
Natürlich soll auch die Konzeption überarbeitet werden, denn neue Geschäftsfelder entstehen, manche meiner Leistungsfelder sind auch nicht mehr so nachgefragt oder nicht lukrativ und ich überlege diese Rubriken auszusortieren – gleichzeitig entsteht immer auch Bedarf an weiteren Leistungen.
Die Auswertung von Besucherstatistiken zeigt auch, welche Seiten im Gesamtauftritt wie häufig besucht werden – eventuell muss ich von mir selbst favorisierte Angebote besser verlinken, damit sie besser erreicht werden können.
Dieses Jahr habe ich meinen Leistungen rund um Facebook eine wichtige Position eingerichtet. Ich beschloß auch nicht mehr so streng zu trennen in Angebot und Referenz sondern auf einer Seite zuerst ein paar Sätze zum Angebot zu schreiben und darunter – scrollen – ein paar Referenzen. Viele Referenzen entsorge ich, es wird einfach zuviel mit der Zeit. Hier muss ich meine Site noch weiter umbauen.
Bisher war ich der Meinung – wie viele andere auch – dass Scrollen ein NOGO ist und altmodisch. Dafür haben wir dann Klick-Navigationen zu jedem Projekt eingerichtet. Inzwischen ist wieder der Trend zum Scrollen – als zeitsparende Variante – nachvollziehbar und einfach gut zu bedienen. Das verbreitete Klicken stört mich inzwischen erheblich, es strapaziert einfach die Sehnen.
Bildschirmfüllende Hintergrundbilder sind momentan super stylish und angesagt. Sie verzögern nicht mehr die Ladezeit – wie das früher der Fall war. Tolle Gestaltung ist so möglich – sehr sexy. Auch Video geht an dieser Stelle. Im Vordergrund darüber liegend angeordnet halbtransparente Flächen und Texte. Wollte ich unbedingt haben und ist auch noch nicht vollständig verworfen, ABER:
Als USP sollen meine Projekte dargestellt werden (da Interessenten nach bereits realisierten Projekten und Kompetenzen suchen für ihr eigenes Anliegen) und das sind auch visuelle Inhalte und es wird schwierig Bilder vor Hintergrundbildern IMMER optimal aussehen zu lassen. Minimalimus geht anders. Trotz Vorbehalten habe ich Test-Layouts gemacht und das Ergebnis ist: vor schwarz-weissen Hintergrundbildern wird mein Portfolio hervorragend präsentiert.
Danach stellte sich die Frage nach den Bildinhalten und einem Thema für den Auftritt. Werbeagenturen haben sehr oft ein Leitthema für die Website, manchmal aus der Seefahrt oder so ein fröhliches Halali
So wie Unternehmensberatungen meist mit Zitrusfrüchten bebildert sind. Das ist zu Mainstream.
Wir haben mit einem Modefotografen nach Ideen gesucht für die Bilder und ein Shooting angedacht. Aber nach der Bitte um Feedback an Kunden und Partner und nach Diskussion mit meinen Geschäftspartnern schließe ich mich der Meinung an, dass Kunden von einem mittelständischen Dienstleister Bilder der Personen sehen wollen, die ihre Auftragnehmer sind – und nicht Bilder von schicken Models oder Architektur.
Ja, es stellt sich die Frage: wie nah am Content und an uns selbst richten wir den Auftritt aus? Wie persönlich darf oder muss es denn sein?
Im vergangenen Jahr, und nach guter Auffindbarkeit bei Google, hatte ich vermehrt Anfragen erhalten von etwas größeren Unternehmen. Und ich denke an eine Neuausrichtung auf eventuell größere Kunden nach, weil ich mehr Design und Konzept für Portale und große Websites verkaufen möchte – wobei die Dauer der technischen Angebotserstellung unglaublich Zeit kostet und ein harter Preiskampf in diesem Marktsegment herrscht. Noch gehöre ich bei Ausschreibungen hier zu den häufigenVerlierern, weil ich mich nicht gut genug auskenne in diesem Segment, aber es wird bereits besser.
Daher darf ich auch meine kleinen, lieb gewonnenen (und meist mit persönlichen Kontakten und Ratsch und privatem Bezug) Kunden nicht verlieren, sie sorgen fürs tägliche Brot. (Nie aufschreiben wieviel Zeit in Kommunikation fließt – anders als bei großen Agenturen) Und mein Auftritt darf sie nicht verschrecken. Also keine Models derzeit.
Und unbedingt ein Layout/ Konzept welches die Suchmaschinen perfekt bedient und optimiert ist – und weiter optimiert werden muss, die beste Ladegeschwindigkeit muss unbedingt sein. Daher kein CMS derzeit, die Plugins kosten Ladezeit und ich kanns ja meine Inhalte auch ohne CMS pflegen.
Wesentliches Thema: Was soll auf der Startseite für wen publiziert werde – und natürlich für die Suchmaschinen. Da behalte ich noch den Slider mit 5 emotionalen Bildern und Claims zu meinen 5 favorisierten Geschäftsfeldern bei. In ein paar Sekunden klar darstellen was wir anbieten – den Nutzen für meine Kunden. Und darunter Text für Google mit Keywords. Wenn Ihr in ein paar Wochen wieder vorbei schaut – garantiert – wird es dann schon wieder anders aussehen auf der http://www.ThielDesign.de
Das Thema bringt mich alle 2 Jahre für Wochen in die völlige Krise. Und von befreundeten Designern weiss ich: es geht ihnen ähnlich.
Wie macht Ihr das so mit Euren Showroom im Netz?
