Super gefällt mir der Artikel in der Ausgabe 08/10 mit dem Thema “Ein Toastbrot auf Facebook”, den Marcel Schler verfasst hat. Tolle Kreation, schöne Ideen.
Das Buch hat mir ein befreundeter Designer während unseres Stammtisches empfohlen und danach hab ich den Titel öfters mal bei Kollegen gehört. Es ist also mehr oder weniger ein Insidertipp.
Abgesehen davon, dass es sich gut anfasst und schön gemacht ist – aus dem Hermann Schmidt Verlag eben – hätte ich Scribbles und Bilder schön gefunden. Wir sind doch visuell orientiert, wir Designer.
Zuerst mal: Ich bin BEGEISTERT, es ist Frank Berzbach ein genialer Ratgeber gelungen.
Designer leben in der Spannung zwischen Motivation – Flow – Burnout. Oft fällt man nach jedem tollen Projekt und dem genialen Flow in ein tiefes Tief und rafft sich dann langsam wieder auf für das nächste Projekt und der Kreislauf beginnt.
Berzbach beschreibt toll, was uns Weltverbesserer antreibt, was zum Ausbrennen führt. Er hat ein “Phasenmodell der Kreativität” definiert und das Kapitel “Kreativität als Lebensform” spricht mir und den Designern, die ich kenne aus der Seele. Wenn man gerne arbeitet, in der Freizeit auch noch kreativ ist und nie für Ruhe und Ausgleich sorgt, dann schafft man das ein paar hervorragende Jahre lang. Leider dauert eine Burnoutphase, die die meisten schon mal erlebt haben – dann traurige 1-3 Jahre. Solange dauert es bis sich der Körper wieder mit Lebensfreude aufladen kann nachdem er überfordert wurde.
Das Buch hat mich angeregt meine eigene Einstellung zu Motivation und Leistung, körperlicher Erholung und kaufmännischer – wichtig!! – Wertschätzung der eigenen Leistung zu modifizieren. Ich werde meine Preise erhöhen und nicht mehr soviel verschenken, einfach so, damit das Projekt noch schöner wird und weil die Kunden über ihre schmalen Budgets klagen oder so nett sind.
Das Kapitel “Falsch arbeiten” beleuchtet Stressprävention und Burnout. So gut habe ich diesen Themenkreis noch nirgends durchdacht lesen können. Nach 12 Jahren intensiver Computer-Kreativität und 1 Burnout, von dem ich mich gut wieder erholt habe – aber es dauerte Jahre – und wenn ich einige junge Kollegen schon mit 25 Jahren und Burnout sehe: da muss ich sagen, das Buch müsste Pflichtlektüre sein in jedem kreativen Studiengang.
Es geht im Kapitel “Richtig arbeiten” um Organisation der Zusammenarbeit mit Kunden, im Team. Um Ausbeutung, richtiges kritisieren, die Rolle der Teamleitung, wie sich Kooperation entwickelt, Nein sagen lernen.
Bei “Allein arbeiten” ist jede Menge Psychologie für Selbständige zu finden.
So, und da ich etwas gelernt haben sollte – es ist bereits wieder halb 11 abends, mache ich jetzt für heute Schluss und empfehle Euch das Buch UNBEDINGT!